Diesmal etwas medizinischererereres…

26 06 2011

„Enterohämorrhagische Escherichia coli“

Inspiriert von Felix Seminarvortrag war ich gerade eben wieder frisches Obst und Gemüse einkaufen und muß jetzt einfach mal etwas los werden:

EHEC schön und gut, aber irgendwie finde ich das alles schon SEHR übertrieben. Selbstverständlich bin ich mir bewusst, daß das enterohämorrhagische Escherichia coli Bakterium eine wirklich ernst zu nehmende gesundheitliche Gefahr darstellt, dennoch finde ich den Umgang mit dieser von behördlicher Seite und insbesondere medial vollkommen unangebracht.

Altbekannt ist ja, daß die diversen Instrumente der deutschen „Meinungsbildung“, a.k.a. Volksverdummung, sich immer schon mit größter (Selbst-)Befriedigung in möglichst schockierender Panikmache und in grundsätzlich grenzüberschreitendem Katastrophenvoyeurismus ergehen. In meinen Augen neu ist jedoch, daß nun auch Behörden auf diese Panikmache anspringen und völlig kopflos und unüberlegt in äußerst unverantwortlicher Weise irgendwelche Pressemitteilungen herrausgeben, die, auch für Laien durchaus vorhersehbar, nicht nur ökonomische Schäden in Milliardenhöhe, sondern eben auch persönliche Schicksale, ja ganze Existenzen gefährden…!

Ich persönlich habe während den vergangenen Wochen auf nichts verzichtet und trotzdem ganz normal Salat, Tomaten und auch die „bösen“ Salatgurken gegessen. Mit einem gewissen Grad an, wenn es nach mir geht grundsätzlich, sowieso immer angebrachter Lebensmittelhygiene kann da meiner Meinung nach auch eigentlich gar nichts wirklich schief gehen. Gut, um die Sprossen habe ich jetzt einen Bogen gemacht, die lassen sich aber auch wirklich schwierig putzen… 😉 Ich habe sie aber auch nicht unbedingt vermisst.

Ein kleiner Vorteil war in der letzten Zeit, daß durch die ganzen EHEC Geschichten in den Medien, insbesondere das liebe Gemüse wirklich billig war. Nichts desto trotz bin ich sehr froh, daß die Auswahl jetzt langsam aber dennoch wieder größer wird und der Einzelhandel sich vorsichtig traut auch wieder „böse“ Salatgurken anzubieten. Schau’n wir doch mal, was man mit Sprossen so alles anstellen kann. Ich freu mich drauf!

Noch mehr freue ich mich auf’s nächste Training, vorallem, wenn Ihr auch an den Start kommt!!!

Bis dann,

Euer Fred


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26 06 2011
Sibylle

Hallo Fred,

zunächst einmal glaube ich, dass das Bild, das dein Artikel wiederspiegelt, die Sicht darstellt, die allgemein bei der Bevölkerung angekommen ist. Die Warnmeldungen seitens der Behörden haben natürlich für große Verunsicherung gesorgt, vor allem da eine nach der anderen wieder in Frage gestellt werden musste und das keine große Glaubwürdigkeit transportiert. Im Nachhinein ist man natürlich immer schlauer und die wirtschaftlichen Folgen in diesem Fall fatal.

Aber aus medizinischer und infektiologischer Sicht ist der aktuelle Fall EHEC gar nicht so einfach und sicher auch nicht zu verharmlosen. Seit Jahren warten wir statistisch auf eine große Pandemie, wie es sie immer wieder in der Geschichte der Menschheit gegeben hat, wie z.B. Pest, Pocken oder die Spanische Grippe. Die Folgen kann man sich in Zeiten der Globalisierung kaum ausmalen.

Das Bakterium EHEC an und für sich ist nichts Neues und auch nicht, dass es das hämolytisch urämische Syndrom auslösen kann. Im aktuellen Fall handelt es sich aber um eine neue, deutlich aggressivere Variante mit einer Multiresistenz gegen Antibiotika. Inzwischen ist absehbar, dass viele Patienten von eine dauerhaften Dialyse abhängig bleiben werden oder auf eine Spenderniere warten müssen. Und es handelt sich v.a. um junge Patienten. Die gesundheitsökonomischen Folgen, wenn es zu einer massiven Ausbreitung gekommen wäre, stellen die aktuellen wirtschaftlichen Folgen in den Schatten. Die gesundheitliche Bedrohung durch EHEC rechtfertigt meiner Meinung nach die (im Nachhinein natürlich vor-) schnellen Warnmeldungen vor dem Verzehr von rohem Gemüse. „Zum Glück“ waren es letztlich die Sprossen, die ja nicht auf dem täglichen Speiseplan von Jedermann stehen. Und die von dir beschriebene Lebensmittelhygiene, nämlich mit Wasser putzen, juckt den EHEC reichlich wenig. Erst über 70 °C fühlt er sich dann nicht mehr so wohl.

Natürlich ist jedem in solch einem Fall die Entscheidung freigestellt, ob er nun rohes Gemüse essen möchte oder nicht. Aber man sollte auch sehen, dass sich jemand etwas bei den Warnungen gedacht hat. So unüberlegt waren diese Warnmeldungen seitens der Behörden sicher nicht. Für Laien sieht das dann vielleicht diletantisch aus, ist es aber nicht. Die Medien würzen das dann natürlich mit einer gewissen Panik gepaart mit Unwissenheit.

Einen schönen Sonntag euch allen,
Sibylle

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